Reittherapie

Sieben geistig, körperlich und/oder seelisch kranke Kinder und Jugendliche wird die Reittherapie im "Sonnenhof" in Ebersbach a.d.F. ermöglicht

Die Gabriele-Kurz-Stiftung hat den T&C-Stiftungspreis von € 1.000 auf € 10.000 aufgestockt und übergab am 20. Juli 2018 an die Leiterin und Inhaberin der Reittherapieanlage "Sonnenhof" Ursula Bretz einen Scheck über € 10.000.

Im Sonnenhof werden Patienten mit geistiger, körperlicher und/oder seelischen Erkrankungen mit Hilfe von Therapiepferden und Therapieponys behandelt. Die Patienten erhalten je nach Krankheitsbild und körperlichen Fähigkeiten individuelle Behandlungen in Einzel- oder Gruppentherapie. Die Lieblinge der kleinen Patienten sind die Therapieponys Lilly sowie deren Tochter Fräulein Fritzi und Sohn Ferdinand (siehe Foto). 

Anke Wolpert (Pferdepflegerin im Sonnenhof), Ursula Bretz (Inhaberin und Betreiberin des Sonnenhofs), Gabriele Kurz und Maren Ehlers (Sozialarbeiterin im Sonnenhof) (v.l.n.r.)
sowie die Therapieponys Lilly, Fräulein Fritzi und Fürst Ferdinand

Inklusion durch Erlebnispädagogik

Um das Konzept der Inklusion der behinderten Schüler und Schülerinnen der "Schule am Favortiepark" Ludwigsburg nicht nur auf den gemeinsamen Unterricht zu begrenzen, unterstützen wir die Schüler und Schülerinnen durch gemeinsame Exkursionen zum Reitbetrieb "Kassiopeia" Ludwigsburg.

Die körperlich und geistig behinderten Kinder und Jugendliche sind durch ihre bisherigen Erfahrungen durch die Reittherapie den Regelschülern und -schülerinnen im Umgang mit Pferden weit überlegen. Sie sind hier klar im Vorteil mit Ihrem Wissen und ihrem Mut, was den einen oder anderen Mitschüler/in stark beeindruckt.

Bei dieser Erlebnispädagogik wird die Verbundenheit der Kinder und Jugendlichen gestärkt, Scheu und Ängstlichkeit abgebaut und schlussendlich das Miteinander und die Inklusion gefördert

Schüler und Schülerinnen der Inklusionsklasse bei der Scheckübergabe

Therapiepferd "Pepsi"

"Pepsi" heißt das neue Therapiepferd von "Kassiopeia" in Ludwigburg. Wir haben die Finanzierung von "Pespi" übernommen, damit benachteiligten Menschen eine besondere Erlebnispädagogik - nicht "nur" Heilpädagogisches Reiten und Hippotherapie geboten werden kann.

"Pepsi" wird auf Grund seines gutmütigen Charakters, seiner Ruhe und seiner Ausgeglichenheit unter anderem auch für kleine Ausritte und zum heilpädagogischen Voltegieren eingesetzt.

Gabriele Kurz, Joachim Kurrle (Geschäftsführer von Kassiopeia), Antje Vier (heilpädagogische Therapeutin) und das Kassiopeia-Team bei der Scheckübergabe für "Pepsi" (v.l.n.r.)

Hippotherapie für Kinder und Jugendliche

Im Hippotherapiezentrum (HPZ), Ostfildern-Scharnhausen wird die Hippotherapie schon seit Jahren sehr erfolgreich eingesetzt. Insbesondere bei Patienten mit Hirn- und Rückenmarkserkankungen und dadurch bedingten Störungen des Bewegungsablaufs, Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen wurden schon große Erfolge erzielt. Zudem werden auch Patienten mit psychischen Erkrankungen wie z. B. Verhaltensauffälligkeiten, Essstörungen, Ängsten und Depressionen therapiert.

Mit einer finanziellen Unterstützung i. H. v. € 10.000 werden Kindern und Jugendlichen des Rohräckerschulzentrums mit angeschlossenem Kindergarten (sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungzentrum in Esslingen) sowie der Tagesklinik Bernsteinstraße (teilstationäre Einrichtung der Kinder- und Jugendpsychiatrie Stuttgart) die Reittherapie im HPZ ermöglicht.

Der Scheck i. H. v. € 10.000 wurde am 16. November 2016 im Rahmen der German-Masters in der Hanns-Martin-Schleyerhalle in Stuttgart überreicht

 » Video zur Scheckübergabe

Gotthilf Riexinger (Turnierleiter German-Masters), Silke Plöns (2. Reihe, Betriebsleiterin und Pysiotherapeutin im HPZ), Julia Schleehauf (2. Vorsitzende Hippotherapienetz), Sigrid Hahn (1. Vorsitzende Hippotherapienetz), Wolfgang Fahr (Initiator Hippotherapienetz), Gabriele Kurz
(v.l.n.r.)

Förderung und Unterstützung der Reittherapie der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Olgahospitals Stuttgart

Bereits drei Prozent aller deutschen Jugendlichen und jungen Erwachsenen leiden auf krankhafte Art und Weise unter Dauersorgen und Befürchtungen bis hin zu schweren Depressionen.

Die Reittherapie nutzt die Eigenschaften des Pferdes für therapeutische Zwecke. Ein Pferd kann dem Menschen auf eine sehr einfache Art und Weise helfen: Es akzeptiert ihn wie er ist – ganz selbstverständlich, mit seinen Stärken, aber auch mit seinen Schwächen.

Das Pferd kann für den Menschen Partner sein, denn es bietet die Möglichkeit einer intensiven Beziehungsaufnahme. Es ordnet sich trotz seiner Größe und Kraft dem Menschen unter, fordert aber auch Vertrauen und Dominanz. Diese Dynamiken zusammen mit der Möglichkeit des Getragenwerdens bilden die Grundlage eines therapeutischen Einsatzes des Pferdes in der Psychotherapie.

Die Begegnung mit Pferden weckt Gefühle von Freude über Sehnsucht bis hin zur Angst. Das gesamte Spektrum wird durch dieses besondere Lebewesen in Menschen angesprochen. Die Motivation, mit den Tieren in Kontakt zu treten, bildet den Schwerpunkt der therapeutischen Arbeit mit Pferden.

Durch die Reittherapie erlernen die Kinder und Jugendlichen bei einem ausgebildeten Reitpädagogen und geschulten Pferden wieder mehr Vertrauen zu anderen Menschen zu haben. So können sie Ängste und Kommunikationsstörungen abbauen, Selbstbewusstsein entwickeln und wieder Optimismus, Zuversicht und neuen Lebensmut schöpfen.

Gabriele Kurz übergibt den Scheck i. H. v. 12.000 Euro

Finanzierung eines Therapiepferdes zur Reittherapie

Das Pferd „Wirbel“ wurde im Juli 2013 in den Therapiebetrieb der Diakonie in Kernen im Remstal aufgenommen und dient den Patienten stets als guter Freund und Vertrauter. Das therapeutische Reiten erleichtert und automatisiert die Bewegung der Wirbelsäule und somit des ganzen Körpers. Viele körperlich behinderte Menschen, wie beispielsweise MS-Patienten oder durch einen Unfall Versehrte, können ihren Körper nicht mehr willentlich bewegen. Die Bewegungen des Pferdes übertragen sich auf die Wirbelsäule und verhindern so, dass diese starr wird. Die Reittherapie hilft Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit schweren Behinderungen aus dem Diakonie-Heim, aber auch ambulant behandelten Patienten dabei, ihre Beweglichkeit zu erlangen und zu erhalten. Die Reittherapie ist somit kein Luxus, sondern für viele Menschen die einzige Möglichkeit, sich zu bewegen, Muskelverspannungen abzubauen und Ängste zu lösen.